Stichwort: Cellarius

Der Name

Das Grimmsche Wörterbuch meint dazu:

KELLER, m. cella subterranea, von dem später lat. cellarium, woher auch neugr. κελλαρι n., it. celliere weingewölbe, frz. cellier speisegewölbe (engl. cellar), sonst it. cantina, frz. cave. Entschiedenere geltung gewann das lat. wort bei uns. unterirdische räume für vorräte kannten die Deutschen zwar schon zuvor, aber nur erdgruben (s. 2, 1533 aus Tacitus); von den Römern lernten sie dergleichen räume ausgemauert kennen, daher der fremde name. [...]

Und dementsprechend:

KELLER, m. gleich kellner, der über den keller gesetzt ist; man wundere sich nicht über das äuszere zusammenfallen mit dem vor., es stammt unmittelbar vom lat. cellarius (der die cella verwaltet), mhd. kellære, keller. [...]

Cellarius ist also eine Latinisierung meines Nachnamens ("Keller"). Dies hat eine lange Tradition: Während des gesamten Mittelalters war das Lateinische die Sprache der Kirche und der gelehrten theologischen Diskussion, und diejenigen, die daran Teil hatten, versahen ihre Namen mit lateinischen Endungen oder übersetzten diese. Gleiches galt später auch für die neu entstehenden säkularen Wissenschaften (zunächst vor allem der Jurisprudenz und der Medizin): Latein blieb die lingua franca der europäischen Gelehrsamkeit.


Nun spreche ich weder fließend Latein noch diskutiere ich über theologische Spitzfindigkeiten. Allerdings interessiere ich mich für die römische Antike - und ja, ich habe in der Schule Latein gelernt und, bevor jemand fragt, ich würde es wieder tun... Das erklärt vielleicht, warum ich 1997 auf die Idee der Latinisierung kam, als ich vor dem Problem stand, daß die Internetadresse "Keller" bereits mit allen sinnvollen Endungen vergeben war.


Historische Cellarii

  • Der deutsch-holländische Mathematiker und Astronom Andreas Cellarius war wohl der bekannteste Träger dieses Namens. Er ist vor allem für seine Hermaonia Macrocosmica (erstmals gedruckt 1660) bekannt: Das Werk gilt mit seinen reichen Illustrationen als einer der spektakulärsten Himmelsatlanten des 17. Jahrhunderts. Außerdem stammt von Andreas Cellarius ein Werk über Festungsbau (Architectura Militaris) und eine Beschreibung Polens (Regni Poloniae Magnique ducatus Lituaniae).

    Weitere Informationen zu Andreas Cellarius (externe Links):

  • Christoph Cellarius (ca. 1638-1707) war seit 1693 Professor der Beredsamkeit und der Geschichte an der neugegründeten Universität Halle. Er gab die Werke verschiedener lateinischer Schriftsteller (darunter Cicero, Caesar und Plinius) heraus, schrieb Werke zur Römischen Geschichte und befaßte sich mit dem neu eingeführten Lehrfach der Geographie. Mit seinem 1709 postum unter dem Titel Historia Universalis zusammengefaßten und publizierten Gesamtwerk setzte sich die noch heute übliche Periodisierung der Geschichte in Altertum, Mittelalter und Neuzeit durch.

    Weitere Informationen zu Christoph Cellarius (externe Links):

und sonst...

Für weitere Hinweise bin ich dankbar!




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Zuletzt geändert: 01.01.1970




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